Dienstag, 16. März 2010

Reisesplitter Ost-Süd-Ost #002

Gedanken, Erlebnisse, Tipps & Beobachtungen aus meinen Reisenotizen der letzten 10 Jahre

Buchtipp – „Die Romareisen“ (Joakim Eskildsen/Cia Rinne)


Dieser aufwendig und liebevoll gemachte Bildband ist sicher nicht dazu angetan, Stereotypen zu widerlegen und Vorurteile abzubauen. Auch das etwas zu staatstragend geratene Vorwort von Günter Grass hat wohl mehr Marketingeffekt, als es zu nachhaltigem Reflektieren anregt. Was dieses Buch jedoch vermag, ist zum Einen die große Vielfalt und die weite Verbreitung der Kultur der Roma aufzuzeigen, über die man gemeinhin kaum etwas weiß und zum Zweiten lässt es uns sie erkennen und überhaupt wahrnehmen. Und Wahrnehmung ist sicherlich die erste Vorraussetzung für Respekt, Anerkennung und Kommunikation.

Und ganz abgesehen davon sind es beeindruckende und wunderschön anzusehende Photographien, die von großem Einfühlungsvermögen der Künstler und Autoren dieses wertvollen Buches zeugen.


„In Frankreich werden sie als „Gitanes“, in Deutschland häufig mit dem umstrittenen Begriff „Zigeuner“ bezeichnet. Gemeinsam mit den Calé und weiteren ethnischen Gruppen bilden die Sinti und Roma die größte Minderheit Europas. Sie leben über viele Länder verstreut - jede Gruppe mit ihrer eigenen Sprache und Kultur.
Als „fahrendes Volk“ wurden die Sinti und Roma immer wieder Opfer von Verfolgung und Vertreibung, nicht erst seit dem Nationalsozialismus. Schon im Mittelalter unterstellte man ihnen Habgier, magische Kräfte und sexuelle Freizügigkeit. Obwohl die meisten Sinti und Roma heute sesshaft sind, haben sie es noch immer schwer sich zu integrieren, leben am Rande der Gesellschaft, werden diskriminiert oder gar verachtet.

Der dänische Fotograf Joakim Eskildsen und die schwedische Schriftstellerin Cia Rinne haben sich auf die Spuren speziell der Roma begeben. Zwischen 2000 und 2006 reisten sie in sieben Länder, darunter nach Frankreich, Finnland und Ungarn. Häufig blieben sie für längere Zeit als Gäste bei den Roma-Familien und tauchten tief in die Lebenswelt dieser Menschen ein.“ (ARTE, 3. August 2007)

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