Samstag, 11. Dezember 2010

Zwischenruf: mein Essay zu Wikileaks heute in "Die Welt"

Die Tageszeitung "Die Welt" bringt in ihrer heutigen Samstagsausgabe meinen kritischen Essay zu Julian Assange und dem Hype um Wikileaks. Es ist ermutigend, dass ein großes und überregionales Blatt doch auch Stimmen, die dem Mainstream entgegenlaufen Platz einräumt. An dieser Stelle Dank dafür an die Redaktion!

Und hier gibt es den Beitrag auch online zum Nachlesen auf www.welt.de!

Übrigens: über Diskussionsbeiträge, auch solcher, die anderer Ansicht sind, wäre ich durchaus erfreut!

Kommentare:

  1. Tja so kann auch Geld verdienen. Leider habe ich selten so einen schwachen Beitrag gelesen, jenseits von der Realität und mit Vergleichen die einfach nicht passen.

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  2. Tja, also mit Geld verdienen hat mein Aufsatz mal recht wenig zu tun! Ich bin freier Autor und über den umgebrochenen Stundelohn würde sich eine Gewerkschaft zu Recht echauffieren! ;-)
    Aber abgesehen davon, wie wäre es mit ein paar Argumenten? Was ist jenseits der Realität und welche Vergleiche passen nicht? Ich bin für Hinweise offen!

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  3. Danke für diesen Kommentar in der Welt!

    Daß es diese Enthüllungsplattformen letztlich gar nicht braucht, zeigt sich schon daran, daß es zu Zeiten von Watergate kein Wikileaks gab. Die brisanten Informationen über Nixon haben auch ohen Wikileaks den Weg in die Redaktionsstuben gefunden.

    Die Deutung, daß Enthüllungsplattformen wie Wikileaks den inneren Drang haben, zu einem Internet-Giganten zu werden, ist in jedem Fall richtig. Damit wird aber sofort die Frage nach dem Geschäftsmodell aufgeworfen. Die Leute, die jetzt bei Wikileaks daran arbeiten, pro Tag 100-200(*) US-Depeschen ins Netz zu stellen, wollen schließlich auch von irgendwas leben. Wenn dann das Spenden-Geschäft irgendwann einbricht, wird dürften sich diese Enthüllungsplattformen zu einem Schwarzmarkt für allerlei Geheimnisse von Firmen und Regierungen entwickeln ...

    (*) Bei 50 Depeschen pro Tag würde es 13 Jahre dauern, bis alle veröffentlicht sind. Bei 100 pro Tag geht das entsprechend schneller: 6,5 Jahre. Aber selbst wenn sie jeden Tag 200 veröffentilchen, dauert es immer noch über drei Jahre, bis dieser rieisge Datenberg von 250.000 Dokumenten publiziert ist. Daß wir über diesen Zeitraum hinweg nun jeden Tag weltbewegende Entüllungen in den Zeitungen lesen, ist völlig unglaubwürdig.

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  4. @antifo: danke für diese Ergänzungen. Ich kann diesen weiterführenden Gedanken nur zustimmen.

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  5. Zu deiner heutigen WELT-Denunziation.
    Wenn ein Bürger einen Mitbürger beim Staat anscheißt, dann nennt man das " Denunziation" andersherum ist es engagierte Aufklärung. Natürlich werden diejenigen, die sich den Staat zur Beute gemacht haben (von Arnim lesen!) alles mögliche (auch kriminelles) tun, um einen internet-Aktivisten wie WikiLeaks zu killen. Seit 2001 ist die USA im Rechtssystem kaum noch zu unterscheiden von den Russen und unsere europäischen Pudel werden brav folgen. Egal ob Regierungen , Unternehmen oder Medien. Man wird verbissen und heimtückisch versuchen WikiLeaks fertig zu machen, da wirkt es schon fast komisch wenn Leute wie du von fehlender " Ethik" schreiben. Du glaubst wohl noch an den Weihnachtsmann?

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  6. wenn dikaturen auf dem aufdecken von gehimnissen aufgebaut sind, folgere ich daraus das eine demokratie auf lügen trohnt. dann wähle ich lieber die diktatur die ich genau kenne.

    ich habe jetzt mal die letzten 25 Jahre überdacht und komme zu dem ergebnis: ich habe weder eine vielzahl von menschen bewusst und wiederholt belogen um damit ansich illegale aktionen zu rechtfertigen und ich habe mich nicht bereichert. wikileaks kann gerne vor meiner tür stehen, soll dann aber bitte neue infos mitbringen. und irgendwie, bin ich doch am ende der der die zeche zahlt, da möchte ich dann schon wissen was die band kann und bestimmen was sie spielt. ich brauche deutschland weniger, als deutschland mich.

    der grundgedanke des freien informationszugangs basiert darauf das jeder alle quellen zu rate ziehen kann, aber persönlich werten muss. ein mechnanismus kann wohl kaum ethik besitzen. menschen die es schaffen rechtsfreienraum für ihre perversen pläne zu schaffen, besitzen wohl kaum ehtik. die parlamentarische kontrolle die gefordert wird, ist leider die die mich belügt.

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  7. danke sehr fuer Ihren erfrischenden Artikel :))

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  8. Es fällt übrigens auf, daß diejenigen, die sich hier als Wikileaks-Cheerleader betätigen, sich nahezu gar nicht für die Berichte selbst interessieren.

    Hier

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,734112,00.html

    berichtet der deutsche Wikileaks-Partner "Der SPIEGEL", daß Westerwelle dem Türkei-EU-Beitritt im November 2009 "skeptischer sah" und stellt somit bereits in der Überschrift klar, daß man den Lesern einen Artikel über längst Vergangenes zumutet. Vom Aussenministerium wird diese "Enthüllung" logischerweise nicht kommentiert. Der Grund ist, daß das Geschwätz von gestern eben generell irrelevant ist. Das zeigt, daß ein Großteil der "Enthüllungen" eher für ein History-Channel-Programm geeignet wären und eigentlich gar nichts für ein "Nachrichtenmagazin" sind.

    Der Spiegel sollte sich mal ein Beispiel an der Washington Post nehmen:

    http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/article/2010/12/05/AR2010120503739.html

    Hier wird über AKTUELLE Entwicklungen(*) berichtet und die Artikel enthalten dann auch noch Links auf die entsprechenden Wikileaks-Depeschen!

    (*) Als deutsche Übersetzung ist dieser Artikel unter "Wie sich die Türkei ihr 9/11 bastelt" im Netz zu finden.

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  9. Du befürchtest also, WikiLeaks könnte dem Kleinstadtdenunziantentum zu neuer Blüte verhelfen. Dafür müssten mindestens drei Dinge geschehen:

    1. WikiLeaks müsste ein Interesse daran entwickeln, immer mehr und mehr zu veröffentlichen. Im Moment ist ja das Gegenteil der Fall – wie antifo dargelegt hat, brechen sie unter der Vielzahl der Einsendungen zusammen. Außerdem haben sie kein Geschäftsmodell – sie finanzieren sich durch Spenden, und die versiegen, wenn die Leaks nicht mehr die Mächtigen treffen.

    2. Die Kleinstadtdenunzianten müssten WikiLeaks als eine geeignetere Plattform ansehen als die vielen Möglichkeiten, mehr oder weniger anonym zu veröffentlichen, die es im Internet sowieso schon gibt. Zugegeben, das ist denkbar – der Anonymität der Einsender steht bei WikiLeaks im Mittelpunkt der Bemühungen; auf anderen Kanälen gibt es oft Möglichkeiten, die Veröffentlicher zurückzuverfolgen, wenn denn etwas strafrechtlich Relevantes geschieht.

    3. Es müsste sich herausstellen, dass es tatsächlich nur die nicht perfekte Anonymität ist, die derzeit verhindert, dass Denunziation in den Demokratien ein Massenphänomen ist. Das scheint mir mehr als unwahrscheinlich; ich denke, dass Denunziation deswegen out ist, weil sie scheiße ist, keinen Spaß macht und in einem Rechtsstaat dem Denunzianten auch selten Vorteile bringt, also eben nicht „motivationsstark“ ist, wie du schreibst.

    Unter diesen drei Bedingungen könnte aus WikiLeaks tatsächlich ein Massenmedium der Denunziation werden – das ist aber wilde Spekulation, für meine Begriffe ist der Hering da in ein bunt zusammenfantasiertes Traumland vorausgeschwommen. Den Lesern mit solcher Ernsthaftigkeit düstere Prognosen um die Ohren zu hauen, wie du es in den letzten drei Absätzen deines Artikels tust, die auf so wilder Spekulation beruhen, und dabei derart mit dem Finger auf WikiLeaks zu zeigen, halte ich für ganz schön verantwortungslos.

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  10. @Anonym (18:58) Ich möchte gerne mal ein konkretes Beispiel geben:
    Sagen wir, ich bin Pfarrer in einer mittleren Kleinstadt in einem beschaulichen Stadtteil, überwiegend von gutem Mittelstand bewohnt, vergleichweise hoher Anteil an Pensionsiten, eine friedlich, freundliche Ecke. Dort verstirbt eine ältere Dame und vermacht der örtlichen Kirchengemeinde ihr großes Grundstück mit der darauf befindlichen, geräumigen Jahrhundertwendevilla.
    Ich, der Pfarrer, komme nun zusammen mit meinem Gemeindevorstand auf die Idee, aus dieser Villa ein schönes Waisenhaus zu machen. Offen für Kinder aller Schichten und Ethnien.
    Jeder, der schon einmal größere Projekte in einem Gemeinwesen angegangen ist, wird bestätigen können, wenn ich mich jetzt, mit dieser tollen neuen Idee am darauffolgenden Sonntag auf die Kanzel stelle und sie freudig verkünde.... ist sie tot!

    Noch bevor ich nach dem Gottesdienst die übrig gebliebenen Oblaten eingesammelt habe, wird sich der Widerstand schlagkräftig formiert haben. Die Pensionisten, die um ihre Mittagsruhe fürchten, die Guten Bürger, die bereits Horden von elternlosen Immigrantenkindern marodierend durch die nachbarlichen Gärten ziehen sehen. Sie werden auf den Bürgermeister einreden, einen Verein gründen, Unterschriften sammeln und die beiden örtlichen Bankdirektoren beeinflussen, so dass wir die notwendigen Umbaumaßnahmen für die Villa nicht finanziert bekommen.

    Wenn ich also will, dass aus dem Projekt etwas wird, muss ich still sein, und in möglichst gr0ßer Vertraulichkeit, die wichtigen Stellen im Gemeindegefüge, jeden mit ein bisserl einem anderen Schmäh, wie der Österreicher sagt, für die Sache gewinnen. Ich muss das Projekt zu 3/4 in sicheren Tüchern haben, bevor es publik wird, sonst kann ich es vergessen. Und wenn mir ein Wikileaks, dass nach dem Feldzug gegen die große Politik irgendwan auf Gemeindeebene angekommen ist, diese "Geheimnisse" zu früh rausposaunt, zum Beispiel, weil ein Mitglied des Gemeinderats eigentlich selbst gegen das Waisenhaus ist, sich im Rat aber aus Opportunismus nicht traut den Mund aufzumachen, sondern das Ganze in die große Wahrheitsmaschine lädt, dann wird das Waisenhaus nicht gebaut werden.

    . . . to be continued . . .

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  11. . . . Teil II @ Anonymus (18:58)

    Es werden dann auch keine Windräder mehr gebaut werden und keine Radwege... usw.
    Die Menschen sind tendenziell zunächst immer gegen Veränderungen und tun alles mögliche um sie zu verändern. Und egal, ob ich Gutes oder Schlechtes tun will, wenn ich etwas voranbringen will, muss sehr sehr häufig das zunächst im Vertrauten und, ja, im Geheimen passieren. Geheimnisse gibt es also auch im positiven und ohne dass ich jemanden bewusst anlüge. Die Ostverträge von Willi Brandt, für die der Mann zu Recht den Friedensnobelpreis erhalten hat, wären ohne Geheimverhandlungen nicht zustande gekommen. Ohne Geheimabsprachen hätte Gorbatschov - und vermutlich auch Bush - die deutsche Wiedervereinigung nicht zugelassen. Ohne Geheimaabsprachen und vertrauliche Vorverhandlungen hätte der irische Bürgerkrieg und mit ihm der Terror der IRA kein Ende gefunden.

    Der freie Informationszugang ist also kein Segen per se. Er kann auch sehr viel Schaden anrichten, sehr viel Postives verhindern.
    Im Großen wie im Kleinen. Denn eine Institution wie Wikileaks kann und wird nicht zwischen Gut und Böse, Richtig und Falsch unterscheiden. Ein Komplott, mit dem ein krebserregendes Kinderpsielzeug auf den südamerikanischen Markt gebracht werden soll, ist in so einer Maschinerie dasselbe, wie die "Geiheimabsprache" zwischen dem Umweltreferenten und dem Raiffeisenvortsand mit dem Ziel eine neue, effektivere Kläranlage auf den Weg zu bringen.

    Und schließlich: Freier Informationszugang und Freie Meinungsäußerung sind doch zwei grundlegend verschiedene Dinge. Wenn Sie ihre frei Meinung darüber kundtun, dass ich ein schlechter Autofahrer sei, so ist das Ihr gutes Recht und soll von niemandem verhindert werden. Wenn Sie hingegen eine Angelegenheit, die ich mit Ihnen vertraulich besprochen habe, am nächsten Tag lauthals verkünden, so ist das ein Bruch unserer Vereinbarung, das Gespräch für uns zu behalten und hat mit Ihrer Meinung gar nichts zu tun.

    Und noch ein allerletztes: Ich glaube Ihnen nicht, dass sie in den vergangen 25 Jahren kein einziges Mal sich nicht zB im Kreis von Kollegen kritisch über Ihren Arbeitgeber geäußert oder bestimmte Entscheidungen des Vorstandes o.ä in Frage gestellt hätten. Über die Hausverwaltung, die schon wieder seit Wochen das Licht im Keller nicht repariert geschimpft usw. Dinge, die aktuell korrekt waren, und von denen Sie trotzdem nicht möchten, dass ein zukünftiger Arbeitgeber, ein Vermieter etc sie irgendwann einmal gesammelt in ihrer Akte bei Wikileaks nachliest.

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  12. @ke: zunächst einmal danke! Ich freue mich (ehrlich!) über Deinen kritischen, aber strukturiert und nachvollziehbar argumentierenden Kommentar. Das ist zwischen den vielen eher untergriffigen oder worthülsenleeren Pathoskommentaren ausgesprochen erfrischend! (ich sag nur "Warum lässt Die Welt so einen Beitrag zu... lang lebe die Meinungsfreiheit...." ;-)

    Nur den Vorwurf der "Veranstwortungslosigkeit" möchte ich schon zurückweisen. Ich sehe es im Gegenteil durchaus als meine Verantwortung als kritischer und schreibender Zeitgenosse, wenn alle Welt mit wehenden Fahnen einem Hype nachrennt, mal mit mehr oder weniger deutlichen Worten drauf hinzuweisen, dass da evtl auch Gefahren lauern. Damit die Leute in ihrem Eifer vielleicht mal kurz nachdenken. Wenn beim Nachdenken - "hm, kann das sein" - wie bei Dir, dann herauskommt "nö, kann eigentlich nicht sein". Gut, dann hast Du das für Dich geklärt und mir kann hinterher niemand vorwerfen, ich hätte nichts gesagt. Und vielleicht hast Du ja Recht.

    Inhaltlich:

    ad 1. ja, ich geb Dir Recht, Wikileaks müsste dieses Interesse entwickeln. Und ich behaupte, genau das wird es auch tun. Ich glaube jedoch nicht, dass die Quellen versiegen, wenn es nicht mehr die Mächtigen trifft, sondern wenn überhaupt die Schlagzeilen ausblieben. Und ich befürchte - oder sagen wir mal, ich halte es mit Blick auf die mittelmäßige Moral der Menschheit im Großenundganzen, für nicht unwahrscheinlich - dass Wikileaks den Output erhöhen wird und zwar durch Senkung des eigenen Qualitätsanspruchs. Wenn die BILD mit einer ordentlichen Titelseite und vielleicht sogar mit einer gewissen Zuwendung winkt, für ein fettes Leak über eine MMS eines 20 jährigen Popsatars an ein 13 Jähriges Groupie, auf dem der Nachwuchsstar im Suff seinen Penis durchgeschickt hat, wird sich WL dem verweigern, bevor die Server abgeschaltet werden müssen?

    ad 2. Wenn man betrachtet, wie die Kleinstadtrechthaber schon seit einiger Zeit das an sich segenreiche Wikipedia gegen die Wand zu fahren, sollte man die Macht, die Masse und den Durchsetzungswillen dieser Menschen nicht unterschätzen. Du sagt, es sei denkbar, ich sage einfach mal, diese Personen warten nur auf so eine Chance.

    . . . to be continued . . .

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  13. . . . Teil II @ke. . .

    ad 3. Denunziation IST in Demokratien (ebenso wie in allen anderen Gesellschaftsformen) ein Massenphänomen. Das behaupte ich mal, zB mit Blick auf die Bezirks- und Landesgerichte, in denen sich die Nachbarschaftsklagen und ähnliches, an sich vollkommen Irrelevantes, bis an die Decke stapeln. Ich bin vorgestern mit meinem Hund durch einen abgelegenen Ortsteil gegangen. Damit der Hund sich ein bisserl auslaufen kann, habe ich ihn frei laufen lassen, da weit und breit niemand auf der Strasse oder sonstwo in der Nähe zu sehen war. Auf einmal geht ein Fenster auf und ein Mann brüllt mich an "I hab scho de Polizei g'rufn. Da Hund ohne Beißkorb und Leine, des kost' sie 100 Euro."
    Denunziantentum ist Scheiße, aber sie scheint einen Riesenspaß zu machen und sie ist ungemein in, obwohl sie tatsächlich in den seltensten Fällen wirklich Vorteile bringt. Der Mann am Fenster bekommt ja (hoffentlich) keine Provision von der Polizei.
    In meiner letzten Stadtwohnung hatte ich eines Abends einen Zettel von der Hausverwaltung an der Tür. Ich hätte 3 Tage Zeit, um die Winterschuhe, die laut meinem Nachbarn seit 14 Tagen unzulässig vor meiner Tür stünden, sonst bekäme ich die außerordentliche Kündigung. Diese Nachbarn hab ich jeden zweiten Tag im Aufzug getroffen und wir haben uns freundlich gegrüßt...

    Ich würde mich sogar nicht wunder, wenn dieser Schlag Menschen - und der ist ungemein weit verbreitet - sogar bereit wäre, einen kleinen Obulus (zB an WL) zu leisten, um seine Boshaftigkeiten anzubringen. Premium-Members auf Wikileaks, deren "Leaks" mit einem goldenen Sherrif-Stern gekennzeichnet werden.
    Wie Du schon sagst, WL fehlt das geschäftsmodell. Aber das war bei Facebook die ersten 5 Jahre auch so...

    Daher bleibe ich dabei, dass ich verantwortungsvoll handle, wenn ich der enthusiastischen Netzcommunity sagen "Kinder, Ihr seid von Microsoft entäuscht worden, von Google ebenso und Facebook ist auf dem besten Wege, Euer Vertrauen zu missbrauchen. Be careful!

    Ich glaub, im Zweifel ist's besser, lieber einmal zuviel zu warnen, als sich hinterher hinzustellen und zu sagen "ich hab's ja eh gewusst"

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  14. ich muss der grundelgenden argumentationsfolge zustimmen.
    wir beide wissen, dass in der kleinen glaubensgemeinschaft die gerüchte umhergehen, noch bevor ausser dem testament der witwe grady, gott hab sie selig, ein wort den weg auf papier gefunden hat (oder in pixel). Zum einen hatte schmitts britta ihrn Bruder vom TuS vorsitzenden so etwas schon gehört. Seine frau ging mit gradys neffin bärbel in die schule und die beiden sind im selben buchclub. Zum andern ist müllers schorsch ein jahr vor grady geboren, mit ihr in die schule gegangen und ist der beste anwalt weit und breit. er war 4 Jahre in gefangenschaft, 2 finger links verloren. Merkt man kaum. Bevor er das testament in seinem safe sicher verwahrt, hatte er es zwei wochen in der ablage vergessen. Die schülerprakikantin hatte nur einmal kurz drauf gelupscht. Naja der mann ist 87, da kann man schonmal was vergessen.
    Von hier an gibt’s zwei möglichkeiten, wie auch immer das waisenhaus wird gebaut oder auch nicht. Sollte bis auf die gewöhnliche lokal politik nichts passiert sein, ist egal wie es ausgeht das interesse der allgemeinheit bei 0. Wurde villeicht manchmal unschön aber es ist nichts unrechtes geschehen. Selbst wenn man etwas leaken wollte, was sollte man? Würde man aber herausfinden, dass jemand öffentliche gelder verwendete um meinungen zu kaufen oder einen verlauf zu ändern, sieht die sache anders aus. Sollte derjenige nicht rechenschaft ablegen?
    Jeder kann sagen was er will, ich fand alles was ich bisher gelesen habe wertvoll. Nicht alles ist eine leiche im keller, aber das gesamtbild ändert sich mit jedem kleinen puzzleteil. Natürlich sagen alle das ist alles kalter kaffee, wer würde das nicht? Große dinge ziehen aufmerksamkeit aber es sind wohl die kleinen die den unterschied machen.


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  15. Die meisten veröffentlichungen drehen sich um vergangen/gegenwärtigen dinge die von der publikation nicht beeinträchtigt worden sind. Der viel zitierte schaden ist für mich nicht in sicht, weder menschlich noch materiel. Zur erinnerung, kriege töten auch irgendwie menschen und das waren weit mehr als ein leak konnte/wird.
    Der gedankensprung von ‚wikileaks zeigt mir das regierungen und organisationen mich bewusst immer und immer wieder belügen‘ zu ‚das nächste ziel ist deine privatsphäre‘ ist für mich nicht nachvollziehbar.

    Etwas im vertrauen tun/sagen und akten geheim halten ist nicht ein punkt. Deine beispiele implementieren das es akten/dokumente gab die in diesem augenblick des ablaufes leakbar gewesen wären. ich kenne keinen leak bei dem das aktuell so zu trifft, sollte ich irren bitte ich um aufklärung. Wir schauen in der regel im nachhinein auf etwas und können es erneut bewerten da wir nun die andere seite der medalie kennen.


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  16. Es ist nicht die aufgabe von wikileaks die nachricht zu bewerten, wikileaks muss der bote bleiben. Sollten es nicht wir sein die alles daran setzten so schnell wie möglich das material zu sichten?
    Was man mir im vertrauen sagt, kann kein dritter als dokument uploaden, ich persönlich halte keine gespräche auf papier fest und archiviere sie dann.

    Ich habe mich persönlich sehr oft allem kritisch gegenüber geäussert das ich für falsch empfand. Sowohl privat als auch beruflich, witzigerweise werde ich für kritische äusserungen bezahlt. Selbst wenn ich meinen arbeitgeber/firma persönlich nicht mögen würde könnte man es mir kaum verbieten dies zu sagen. Sollte es da ein problem geben, ist eine zusammenarbeit wohl nicht das richtige. Die hausverwaltung wird von mir bezahlt, die sollen mich nicht mögen die sollen dienstleisten, ich wollte dem hausmeister nicht die haare machen und die putzfrau kann alleine ihre tage bekommen. Ich bin dazu erzogen worden zu meinem wort zu stehen, auch wenn ich später feststelle das ich im unrecht bin.
    All das was an wikileaks addressiert wird was man fürchtet, all das hat man uns doch in die hand gelegt – zugreifen!

    Das nächste mal wenn sie meinem nachbar das auto zerkratzen, der oma die handtasche klauen oder zu dritt auf den auf dem boden eintreten, bei ebay die 10. luftgitarre verkaufen und kleine mädchen mit lutschern locken, dann werde ich noch mal an den denunzianten denken. Aber meine moral??? ich geb dem schicksal eine chance: ich werfe einen w6 und auf 6+ werde ich das richtige tun…

    Sry, ich weiß das die art der antwort mit den absätzen das lesen erschwert, bei dem schwung zu nem text aus einem guss werde ich zu langatmig und der kern geht mir zu sehr verloren, ich hoffe is trotzdem aufnehmbar.

    Why we fight: freedom of speech

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  17. Was kann ich von einem Autor, der sich auch noch Blogger nennt (sorry aber mit deiner Blogosphaere habe ich nichts zu tun)und fuer Welt Online schreibt, erwarten? Wikileaks in die Naehe von Denunzianten zu packen... man man man. Solche Blogger machen mir in der Tat richtig Angst.

    Ker warum kommentiere ich den Mist ueberhaupt? ;)

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  18. Es kommt mir vor, als würde hier ein anderer Daniel schreiben als bei Welt Online. Mit Polemik habe ich meine Schwierigkeiten, so differenziert dargelegt wie hier kann ich deiner Warnung durchaus etwas abgewinnen. Das finde wiederum ich sehr erfrischend und freue mich. Wenn doch nur mehr Journalisten kritischem Nachhaken so zugänglich wären! :)

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  19. @Sascha Pallenberg: fühlt man sich eigentlich besser, wenn man so einen inhaltslosen Fünfzeiler abgesondert hat, mit dem einzigen Ziel, jemanden, den man gar nicht kennt, Bösartogkeit an den Kopf zu werfen? Solche Menschen, wie Sie, machen MIR Angst. In Wahrheit hab ich meinen Artikel in der Tat über Sie geschrieben. Schön, dass Sie sich erkannt haben.

    Ker, warum antworte ich auf den Mist überhaupt?

    ;-))

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  20. @ke: freut mich! Übrigens, ich bin kein Journalist! ;-) Beste Grüße, DC

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  21. Es gibt auch andere Warnungen

    http://www.faz.net/s/RubCEB3712D41B64C3094E31BDC1446D18E/Doc~E338191CB319847518A286C260652B7D8~ATpl~Ecommon~Scontent.html

    diese sind jedoch Realität und nicht Vermutungen was sein könnte

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  22. @Anonym (12.Dez 23:24):
    Danke für den Link. Dazu zwei Anmerkungen:
    1. Die Tatsache, dass ich WikiLeaks kritisch sehe, heißt nicht automatisch, dass ich alle Maßnahmen, die von verschiedenen Seiten unternommen werden, um WL einzudämmen, grundsätzlich gutheiße.
    2. Aus dem Umstand, dass verschiedene Seiten z.T. fragwürdige Maßnamen ergreifen, um WL einzudämmen, bedeutet ebenfalls nicht automatisch, dass WL selbst nicht auch fragwürdig sein könnte. Buldhafter gesprochen, nur weil jemand gegen die "Bösen" ist, muss er nicht zwangsläufig "gut" sein. Maßnahmen gegen den AlQuaida-Terrorismus sind zum allergrößten Teil mehr als nur fragwürdig. Trotzdem würde wohl kaum jemand auf die Idee kommen, im Umkehrschluss den Terorismus als nicht-fragwürdig zu bezeichnen.
    3. Was die "Vermutungen, was sein könnte" anbelangt: wenn früher bereits jemand massiv und vehement Vermutungen angestellt hätte, was sein könnte, wenn jemand Einfluss auf PayPal & Co ausübt, um bestimmte Institutionen vom Geldfluss abzuschneiden, dann hätte evtl WL dieses Problem jetzt nicht. Soll heißen, ich halte Warnungen, was sein könnte, für durchaus wichtig.

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  23. @antifo/DC:
    "Daß es diese Enthüllungsplattformen letztlich gar nicht braucht, zeigt sich schon daran, daß es zu Zeiten von Watergate ..."

    Grandioser Blödsinn. Gemäß Ihrem Mastermind Carinsson wären die Washington Post und Bernstein/Woodward die Whistleblower und Deep Throat ein Denunziant gewesen.

    Sie sollten sich mal dringend in die Thematik "Watergate" einlesen, bevor Sie diese Affaire als Argument für verquere Thesen zweckentfremden.

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  24. @Anonym (15.Dezember)
    "Grandioser Blödsinn..."
    Zunächst Danke für das Kompliment ("Mastermind").

    Der wesentliche Unterschied zwischen dem WikiLeaks und dem Watergatefall - wie auch all den vielen anderen Fällen in denen hervorragende Journalisten professionelle und erstklassige Arbeit, zum Teil unter großer Gefahr, gleistet und aufdeckenswertes aufgedeckt haben, ist der, dass in Fällen wie Watergate einem konkreten Hinweis gezielt nachgegangen wurde, Beweise gesammelt wurden und erst veröffentlicht wurde, als der Verdacht zur Gewissheit wurde.
    Bei WikiLeaks dreht sich dies alles um. Es werden Amateure ermuntert James Bond zu spielen und es werden ohne Verdachtsmomente auf gut Glück abertausende von Dokumenten und Unterlagen entwendet und veröffentlich und dann geschaut, ob nicht irgendwas dabei ist, das micht zumindest für eine Tagesschlagzeile gut wäre (Diplomat XY, seit 15 Jahren im Ruhestand, sagte einst "Berlusconi ist doof" zum Beispiel. Tolle Enthüllung!).

    Wenn Sie meinen Artikel einmal gründlich lesen, werden Sie feststellen, dass ich darin mit keinem Wort professionellen, investigativen Journalismus angreife. Und ich habe auch - siehe auch vorhergehende Replys - keinen Zweifel daran, dass es mehr als genug Aufdeckenswertes gibt. Meine Aussage ist lediglich, dass WikiLeaks der falsche Weg ist, weil es über kurz oder lang genau denen zum Problem werden wird, die es jetzt bejubeln. Dass WL vor Manipulationen nicht gefeit ist, hat sich ja bereits - zum Glück zunächst in sehr harmlosen Fällen - bewiesen. Als nächstes kommt in Kürze Konkurrenz auf den "Markt". Assange hat bereits angekündigt, das Tempo der VEröffentlichungen zu erhöhen (und damit zwangsläufig die "QAualität" der ohnehin schon jetzt vollkommen untransparenten "Prüfung" weiter zu senken).
    Ich sehe bislang nichts, dass meine Befürchtungen widerlegen würde. Und gleichzeitig sehe ich auch keinen realen Erfolg von WL. Ein FDP Mann musste seinen Hut nehmen. Doll. Dafür wird ein junger Soldat 4/5tel seines Lebens in einem US Militärgefängnis verbringen und Spiegel & Co können ihren Aktionären dicke Extra-Schecks unter den Weihnachtsbaum legen. Wo da der Grund zum Jubeln sein soll, erschließt sich mir bislang noch nicht.

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