Direkt zum Hauptbereich

Posts

Posts mit dem Label "Zwischenruf" werden angezeigt.

Im Spiegelkabinett des David Holz oder wie wir in der K.I. uns selbst erkennen

Zugegeben, bezüglich der bildgenerierenden Künstlichen Intelligenz (K.I.) schlagen zwei Herzen in meiner Brust. Das kreative ist begeistert, denn mit den Wort-Bild-Modellen wie Midjourney & Co bin ich als sehr visuell denkender Mensch plötzlich in der Lage, Dinge zu realisieren, die mir mangels zeichnerischen Talents oder photographischer Möglichkeiten bislang verschlossen blieben. So kann ich jetzt zum Beispiel meine Romane selbstständig illustrieren oder sogar als Comic realisieren und so ein ganz neues Genre erschließen.

K(reat)I(v)?

  Wir führen einen Kampf. Schon wieder. Oder immer noch? Es sind die letzten Scharmützel noch nicht recht vorbei, jene um Raubkopien, Urheberrecht und faire Entlohnung der Kreativen bei elektronischer Verleihe et cetera pp. Wir sind noch müde, geschunden. Und doch müssen wir uns aufs Neue formieren. Es ist wie in Mittelerde. Der Rauch über Helms Klamm ist noch nicht verzogen, da schickt uns Mordor noch größere Heerscharen an Orks, Uruk-hais und Nazgûls.

Nicht gut drauf. Die Welt. Jetzt so.

Ein Irrer erschießt in Orlando 40 Menschen. Die Gratiszeitung titelt „Schwulen-Killer…“ Nicht sicher, ob sie das wirklich negativ meinen. In Frankreich prügeln sich Hooligans den Matsch aus der Birne. Wär‘ nicht so schlimm, wenn dabei nicht Menschen zu Schaden kämen. Der russische Sportminister findet das aber eh ganz ok. Der Präsidentschaftskandidat will die USA Muslim-frei machen. Eine Woche, nachdem sich das Land von Muhamad Ali verabschiedet hat. Tränenreich. Die Grünen wollen deutschen Fußballfans die deutsche Fahne verbieten. Die AfD dankt für die Gratis-Wahlwerbung. In Katar, dem Land mit der übernächsten Fußball-WM wird eine Niederländerin verurteilt, weil sie sich hat vergewaltigen lassen. Und der zweit-„wertvollste“ Konzern der Welt präsentiert seine Neuheiten: eine App für dreißig Prozent größere Smileys und eine, die Rollstuhlfahrern sagt, wann sie herumrollen sollen. Wann implodiert das Ganze? Lang kann’s nicht mehr dauern. Vielleicht sollte es das au...

Kandidatin Unbeliebt – (w)er liebt sie nicht?

Hillary Clinton hat heute Geschichte geschrieben. Sie ist die erste Frau, der es gelungen ist, in einer der beiden großen Parteien die Kandidatur für das mächtigste Amt der Welt zu erringen. Sie kann die erste Frau an der Spitze der Vereinigten Staaten werden, was kaum weniger ein Meilenstein in der Geschichte der USA – und der Welt – wäre, wie die Präsidentschaft des ersten afroamerikanischen Mannes auf diesem Posten. Und dennoch, so richtig zu freuen scheint das niemand. Jedenfalls nicht öffentlich. „Die Stimmung auf der Siegesfeier“, schreibt Marc Pitzke aufSpiegel.Online , „ist getrübt“. Zwar schreibt er auch, „Die historische Bedeutung schmälerte das freilich kaum“, aber es klingt pflichtschuldig und bemüht, wenn er anschließend die Zahl der Hausbesuche und Auftritte anführt, so als sei die „historische Bedeutung“ eigentlich eher der Statistik geschuldet. Vor allem aber stellt er doch fest: „Sie ist die unbeliebteste Kandidatin seit Langem“ und das hat man in letzter Zeit i...

"Ich träume von einem Europa, in dem das Migrantsein kein Verbrechen ist“

Es kommt eher nicht oft vor, dass ich Radio Vaticana und Worte eines katholischen Papstes teile. Diese hier schon. Diese hier kann man gar nicht oft genug lesen und teilen, lesen und teilen, lesen und teilen... „[…] Was ist mit dir los, humanistisches Europa, du Verfechterin der Menschenrechte, der Demokratie und der Freiheit?“ „[…] Die europäische Identität ist und war immer eine dynamische und multikulturelle Identität.“ „[…] Wenn es ein Wort gibt, das wir bis zur Erschöpfung wiederholen müssen, dann lautet es Dialog.“ „[…] Diese Kultur des Dialogs, die in alle schulischen Lehrpläne als übergreifende Achse der Fächer aufgenommen werden müsste, wird dazu verhelfen, der jungen Generation eine andere Art der Konfliktlösung einzuprägen als jene, an die wir sie jetzt gewöhnen.“ „[…] Ich träume von einem Europa, das die Rechte des Einzelnen fördert und schützt, ohne die Verpflichtungen gegenüber der Gemeinschaft außer Acht zu lassen.“ (Zitate aus der Ansprache von Papst Franz...

Zwischenruf: Frauenquote....im Rock 'n Roll?

Frauenquote im Spitzenmanagement? Geschenkt! Auf Rock- & Popfestivals ist der Status noch viel deprimierender, als in den Führungsetagen der DAX-Konzerne! Beispiel das NOVA ROCK in Österreich , eines der europäischen Major-Festivals: Frauenanteil bei den Headlinern, den Hauptbands an allen drei Tagen? Null komma Null Prozent ! Bei den Bands der zweiten Riege, ebenfalls Zero. Selbst in der dritten Liga sind gerade mal ein Zwanzigstel der Musizierenden Frauen. Und bei den übrigen Acts nimmt der Anteil sogar wieder ab, auf magere 2,1%. Insgesamt haben Musikerinnen bei diesem Festival einen Anteil von nur 2,3% am Geschehen auf den Bühnen. Immerhin, unter den Frontgeschöpfen, also in aller Regel den Vocalisten, schaffen es Sängerinnen auf etwas über acht Prozent. Oder, in ganzen Zahlen, genau vier von 53 Frontmen sind Frauen! Und unter den Nicht-Sängerinnen ist überhaupt nur eine einzige weitere Musikerin, eine Bassistin, bei dieser Großveranstaltung zu finden. Man muss s...

Zwischenruf: Digitale Debatte und die Gelben Seiten oder Warum hat das Urheberrecht einen so schlechten Ruf?

Süddeutsche.de Journalist Johannes Kuhn hat als „subjektive Einstimmung“ auf seine Livediskussion im Rahmen der Münchner Nacht der Autoren einen erfreulich wenig agitativen Artikel zur „Digitalen Debatte“ geschrieben, der sich mit der Frage beschäftigt: „Warum hat das Urheberrecht einen so schlechten Ruf?“ Kuhn bringt in seinem Text zwei kurzweilig zu lesende Beispiele, denen ich gerne zwei andere entgegenstellen möchte.   Motoren und Lehrgeld Ich hätte gerne, dass Sie sich einmal einen 15 oder 16-jährigen, jungen Burschen vorstellen, der sich, ganz werdender Mann, natürlich für Motoren, Maschinen, Autos und Motorräder interessiert. An seinem ersten Moped fängt er bald an zu basteln. Zündkerze austauschen ist natürlich ein Klacks, auch die Kette kann er selbst abspannen, frisch ölen und wieder aufziehen. Er hat durchaus Talent für die Mechanik. Irgendwann aber stellt sich bei dem gebrauchten Gerät ein kleiner Defekt ein, den er ebenfalls selbst beheben will. Leider macht er...

Zwischenruf: Ein Hoch auf die defekte Sprungfeder und lang lebe der Ton aus der Gießkanne

Es gibt zwei Szenen bewegter Bilder, die mich in meiner Kindheit sehr geprägt haben und die großen Anteil daran hatten, dass ich das geworden bin, was ich geworden bin: Musiker, Tontechniker, Produzent, Autor, Künstler. Die eine Szene stammt – ja, doch tatsächlich – aus einem Zeichentrickfilm, einer frühen Episode des „Popeye“ Comics. In dieser Folge waren die drei Neffen des Spinat liebenden Seemanns, gerade eifrig dabei mit ihren Instrumenten zu üben, bis Popeye erklärt „Feierabend, jetzt wird geankert“ und sie zur Bettruhe nötigt. Viel zu früh, wie die Jugend selbstverständlich befindet. Und so holen sie, kaum dass der Senior das Kinderzimmer verlassen hat, flugs ihre Instrumente wieder hervor und jammen inbrünstig weiter. Und jedes Mal, wenn ihr Onkel erzürnt wieder den Kopf ins Zimmer steckt, springen sie in die Federn uns stellen sich schlafend. Das Spiel geht ein paar mal gut, dann reißt Popeye der Geduldsfaden und er sammelt kurzerhand alle Instrumente ein und nimmt si...

Zwischenruf: Demokratische Basisarbeit – oder: warum Piratenflaggen nicht weiß sind

An einem Freitagabend – es sind immer Freitagabende – war es mal wieder soweit, meine Waschmaschine ist mir verreckt. Sie kennen das: die Waschküche steht knöcheltief unter Wasser und aus dem Gerät gibt die eiernde Schleudertrommel Töne von sich, die einen schwer an ein Kettensägenmassaker erinnern. Nachdem ich panisch den Stecker gezogen hatte und nachfolgend auf allen Vieren bemüht war, den Estrichboden zu trocknen, während oben mein Abendessen langsam erkaltete, kochte in mir die Wut des gepeinigten Bürgers empor. Es war dies nun das schon dritte Mal innerhalb von kaum 20 Jahren, dass diese Wäschemühle repariert werden musste, offenkundig hatten die sogenannten Servicefachleute von Tuten und Blasen keine Ahnung und erst recht nicht von meinem Waschvollautomaten und ergo würde ich es diesmal anders angehen. Cleverer, besser, moderner, interaktiv. Da ich am darauffolgenden Montag mangels sauberer Kleidung ohnehin nicht zur Arbeit gehen konnte, schwang ich mich kurz nach Sieben in...

Zwischenruf: Die Hits der 80er, der 90er und von heute

Eine kurze Geschichte der Popkultur Kaum ein Teenager gerät heute noch wegen seines Musikgeschmacks mit seinen Eltern überquer, denn seit Anfang des Jahrtausends ist die Entwicklung der Popmusik nahezu zum Stillstand gekommen. Es gibt keine neuen Genres mehr, die 2010er sind bereits das zweite Jahrzehnt, das keinen eigenen Sound mehr hervorbringt. Ein Folge der Gratiskultur im Internet, behaupte ich mal, selbst Musiker, Musikproduzent, ehemaliger Labelinhaber und Schriftsteller. Denn wenn den Plattenfirmen die Umsätze weg brechen und das Geld ausgeht, wird alles gestrichen, was nicht bereits schon Erfolg hatte. No risk no fun. Und so könnte mittelfristig  auch die Freude am Entertainment verloren gehen. Selbst wenn es umsonst ist. Seit nunmehr geraumer Zeit steht ein Thema im Rampenlicht, mit dem sich zuvor wohl nur eine Minderheit überhaupt je beschäftigt hat. Das Urheberrecht – meist synonym für die gesamte Wertschöpfungskette der Kultur- und Unterhaltungsbranch...

Zwischenruf: währet den Anfängen – oder: warum eBooks etwas wert sein müssen

Angeregt durch einige Diskussionen auf diversen Plattformen, Foren und auch – ja doch, gibt’s noch – in Realitas, zum Thema „wie viel eBooks kosten sollen oder dürfen“, habe ich in einer freien Minute mal ein kleines Excel-Sheet mit einer exemplarischen Musterrechnung zum Vergleichen erstellt. Damit ich den Diskursen an denen ich mich beteilige, ein wenig etwas eine sachliche Basis beisteuern kann. Hier das Excel-Sheet herunterladen Natürlich können und werden die einzelnen Positionen bei jedem Verlag und jeder Veröffentlichung etwas anders ausfallen, aber als Vergleichsgrundlage ist es, denke ich, mal ganz tauglich. Gerne möchte ich jede/n Interessierte/n einladen, da ein wenig mit den Zahlen herumzuspielen und eigene Schlüsse zu ziehen. Was relativ deutlich sind meiner Meinung nach folgende Dinge zu erkennen: für Verlage ist der Spielraum beim Preis für eBooks im Vergleich zum physischen Buch etwas nach unten zu gehen eher gegeben, als für die Autoren. Das wird zu bedenken sein, wenn...

Zwischenruf: Von Aktienkursen und Wutbürgern

Berlin – Wenn am Sonntag kurz nach Schließung der Wahllokale in Berlin die ersten Hochrechnungen über die Bildschirme und Nachrichtenticker gelaufen sind, wird erwartungsgemäß von zwei großen Verliererinnen berichtet werden. Zum einen von der FDP, die mit dem Auszug aus dem Berliner Senat einen weiteren wichtigen Schritt hin zu ihrer endgültigen Vaporisierung nimmt und zum anderen von Renate Künast, die dann gerade den Stimmenanteil ihrer bündnisgrünen Partei in etwa verdoppelt hat und zur zweitstärksten Kraft in der Bundeshauptstadt aufgestiegen ist. Szenenwechsel , New York – an einem strahlend sonnigen Mittwochmittag legt der Vorstandsvorsitzende des zweitgrößten Leuchtdiodenherstellers der Welt die Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr vor. 24% Plus beim Umsatz, 28% Zuwachs gar beim Gewinn vor Steuern. Das beste Ergebnis der Unternehmensgeschichte beläuft sich in absoluten Zahlen auf 6,2 Milliarden US-Dollar, mehr Geld, als alle übrigen Einwohner von Halladay, Texas, der Heimat...

Zwischenruf: Schuldig

Ich würde aus gegebenem Anlass gerne festhalten: mitschuldig an der unfassbar feigen Ermordung von über 80 Jugendlichen in Norwegen sind unter anderem Geert Wilders, Thilo Sarrazin, Heinz-Christian Strache, Viktor Orbán, Nicolas Sarkozy, Angela Merkel, Timo Soini, Pia Kjærsgaard, Kai Diekmann, Christoph Dichand und viele andere, die sich Beifall heischend fortwährend als verantwortungslose Brandstifter betätigen und so den gesellschaftlichen Nährboden für derartige Untaten legen und fördern. Es ist unendlich traurig und unverständlich, zu sehen, dass in nur knapp 2 Generationen alles, einfach alles vergessen und verdrängt worden ist – den abertausenden von Gedenktafeln und Denkmälern zum Trotz. Vielleicht wäre es an der Zeit, an deren statt eher Schandmale zu errichten. Die kleine Insel Utöya wäre nun ein passender Ort, um damit zu beginnen. Und die Namen der zuvor genannten, sollten dort angebracht werden, von Angesicht zu Angesicht mit den Namen ihrer unschuldigen Opfer.

Zwischenruf: Gleiche Pflicht für alle

Oder: warum Journalisten nicht besser sind als Politiker, es aber sein sollten Gratulation der Jury des Henri-Nannen-Preises zu der mutigen und richtigen Entscheidung dem SPIEGEL-Redakteur René Pfister den diesjährigen Henri-Nannen-Preis für die beste Reportage wieder abzuerkennen! Eine Journalistenschaft, die ausdauernd und hartnäckig politische und ministeriale Plagiatssünder zu Fall bringt, muss es ertragen, dass für sie – zumal wenn es um Preiskrönungen geht – mindestens genauso hohe Ansprüche angelegt werden, wenn es um die Frage geht, aus wievielter Hand das Niedergeschriebene stammt. Interessant dabei ist zu beobachten, wie frappierend ähnlich sich die Argumentationen der Medienleute – andere hätten dasselbe auch schon getan (Spiegel) oder ein Politikerportrait sei keine Reportage (SZ) – und die der Politiker – Übersicht verloren (zu Guttenberg) oder keinen wissenschaftlichen Assistenten eingestellt (Merkel) – dabei nicht nur in der Belanglosigkeit der Verteidigungsstrategien...

Zwischenruf: Von Hasen und Igeln

Oder: warum Merkel und Westerwelle mal nach dem Weg fragen sollten Seit einigen Wochen liefern sich die Merkel’sche Bundesregierung und die Bevölkerung Deutschlands eine Art Wettrennen, das an eine Geschichte aus Kindertagen erinnert. Wie einst der Hase versucht Angela Merkel – die drohende Finalschlappen im Superwahljahr vor Augen – zunehmend verzweifelt, die von ihr Regierten mit hektischem Hakenschlagen zu überholen, um Ihre Fahnen wieder in den vermeintlich richtigen Wind drehen und neuen Auftrieb bekommen zu können. Aber es scheint wie im Märchen, wohin sie mit ihrer Mannschaft auch hetzt, das Volk der Igel ist immer schon weiter. Oder noch schlimmer: gleich ganz woanders. Im Fall Guttenberg schien die Sache noch ganz einfach zu sein. Der Mann war seit Monaten der bei Weitem beliebteste Politiker und hatte in seiner noch kurzen Karriere schon so viele Stürme vollkommen schadlos überstanden, was sollte da schief gehen, diesen aufgehenden Stern rückhaltlos zu unterstützen. Aber ...

Zwischenruf: Kahlschlag nach Römerart

Dass der moderne, postindustrielle Mensch nicht der erste ist, der seine Umwelt nachhaltig beeinflusst, um nicht zu sagen, schädigt, ist ja weitgehend bekannt. Bereits den antiken Römern war dieses Kunststück schon gelungen, als sie für ihre Flotten und Schutzwälle ganze Regionen entwaldeten, worauf diese schnell erodierten und verkarsteten. Die Gemeinden des „ Römerlands Carnuntum “, wollen es nun – rechtzeitig zur Niederösterreichischen Landesausstellung ebendort – offenbar ihren Vorbesatzern gleich tun. Diesen Eindruck könnte man jedenfalls gewinnen, wenn man den erwachenden Frühling nutzt und zwischen Hainburg und Petronell über die Lande streift. Im Kurpark zu Bad Deutsch-Altenburg beispielsweise wurden in den letzten Tagen gleich ein gutes Dutzend alter, großer und ehrwürdiger Bäume gefällt. Von der Anhöhe auf der das Dürnsteiner-Gelände vor der Altenburger Ortseinfahrt thront sind gleich sämtliche Bäumen mitsamt dem Dickicht beseitigt worden, was ein besonderer Jammer ist, verm...