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Zwischenruf: Gleiche Pflicht für alle

Oder: warum Journalisten nicht besser sind als Politiker, es aber sein sollten Gratulation der Jury des Henri-Nannen-Preises zu der mutigen und richtigen Entscheidung dem SPIEGEL-Redakteur René Pfister den diesjährigen Henri-Nannen-Preis für die beste Reportage wieder abzuerkennen! Eine Journalistenschaft, die ausdauernd und hartnäckig politische und ministeriale Plagiatssünder zu Fall bringt, muss es ertragen, dass für sie – zumal wenn es um Preiskrönungen geht – mindestens genauso hohe Ansprüche angelegt werden, wenn es um die Frage geht, aus wievielter Hand das Niedergeschriebene stammt. Interessant dabei ist zu beobachten, wie frappierend ähnlich sich die Argumentationen der Medienleute – andere hätten dasselbe auch schon getan (Spiegel) oder ein Politikerportrait sei keine Reportage (SZ) – und die der Politiker – Übersicht verloren (zu Guttenberg) oder keinen wissenschaftlichen Assistenten eingestellt (Merkel) – dabei nicht nur in der Belanglosigkeit der Verteidigungsstrategien...

Zwischenruf: Von Hasen und Igeln

Oder: warum Merkel und Westerwelle mal nach dem Weg fragen sollten Seit einigen Wochen liefern sich die Merkel’sche Bundesregierung und die Bevölkerung Deutschlands eine Art Wettrennen, das an eine Geschichte aus Kindertagen erinnert. Wie einst der Hase versucht Angela Merkel – die drohende Finalschlappen im Superwahljahr vor Augen – zunehmend verzweifelt, die von ihr Regierten mit hektischem Hakenschlagen zu überholen, um Ihre Fahnen wieder in den vermeintlich richtigen Wind drehen und neuen Auftrieb bekommen zu können. Aber es scheint wie im Märchen, wohin sie mit ihrer Mannschaft auch hetzt, das Volk der Igel ist immer schon weiter. Oder noch schlimmer: gleich ganz woanders. Im Fall Guttenberg schien die Sache noch ganz einfach zu sein. Der Mann war seit Monaten der bei Weitem beliebteste Politiker und hatte in seiner noch kurzen Karriere schon so viele Stürme vollkommen schadlos überstanden, was sollte da schief gehen, diesen aufgehenden Stern rückhaltlos zu unterstützen. Aber ...

Zwischenruf: Kahlschlag nach Römerart

Dass der moderne, postindustrielle Mensch nicht der erste ist, der seine Umwelt nachhaltig beeinflusst, um nicht zu sagen, schädigt, ist ja weitgehend bekannt. Bereits den antiken Römern war dieses Kunststück schon gelungen, als sie für ihre Flotten und Schutzwälle ganze Regionen entwaldeten, worauf diese schnell erodierten und verkarsteten. Die Gemeinden des „ Römerlands Carnuntum “, wollen es nun – rechtzeitig zur Niederösterreichischen Landesausstellung ebendort – offenbar ihren Vorbesatzern gleich tun. Diesen Eindruck könnte man jedenfalls gewinnen, wenn man den erwachenden Frühling nutzt und zwischen Hainburg und Petronell über die Lande streift. Im Kurpark zu Bad Deutsch-Altenburg beispielsweise wurden in den letzten Tagen gleich ein gutes Dutzend alter, großer und ehrwürdiger Bäume gefällt. Von der Anhöhe auf der das Dürnsteiner-Gelände vor der Altenburger Ortseinfahrt thront sind gleich sämtliche Bäumen mitsamt dem Dickicht beseitigt worden, was ein besonderer Jammer ist, verm...

Zwischenruf: Friedensnobelpreis für das Volk von Ägypten

Den Dienst, den die Ägypter mit ihrer weitestgehend friedlichen Revolution nicht nur sich selbst, sondern auch der ganze Welt erwiesen haben, kann man, glaube ich, noch nicht wirklich ermessen und gar nicht hoch genug einschätzen. Nach mindestens einem Jahrzehnt der ständig zunehmenden Entfremdung zwischen arabischer und der sogenannten westlichen Welt, haben diese mutigen Menschen eine Brücke geschlagen. Mit einem Mal gibt es etwas Verbindendes, ein Band zwischen Stuttgart und Kairo zwischen Tahrir-Platz und Gorleben. Ganz plötzlich stehen Freiheit und Selbstbestimmung im Vordergrund, wo bis eben noch religiöse Vorurteile dominierend waren. Man kann nur danke sagen und den höchsten Respekt zollen, den Männern und Frauen, den Jugendlichen, die alles riskiert haben, in einer Weise, die wir uns hier in Europa kaum vorstellen können, um für sich und ihre Landsleute eine neue Zukunft zu erstreiten. Und die damit zugleich ein Fenster geöffnet haben. Ein Fenster der Möglichkeiten, eine Chanc...

Zwischenruf: Eine kleine Geschichte vom Balkan

Gestern Abend hat mir mein Kollege, der als ständiger Betreuer unseres Kooperationsprojekts in Mazedonien sechs Monate hier in Skopje vor Ort ist, eine hübsche kleine Geschichte erzählt, die sehr typisch für die Menschen und die Mentalität ist und die ich daher gerne mit Euch teilen möchte. Zum orthodoxen Weihnachtsfest hatte dieser Kollege Freunde aus Österreich zu Besuch in Skopje. Da er hier kein Auto hat, sie aber ein wenig das Umland anschauen wollten, sind sie am Samstag nach dem Feiertag zum nächsten Autoverleih marschiert, um sich für einen Tag einen kleinen Wagen zu mieten. Wieviel denn ein Economyfahrzeig für einen Tag kosten würde, fragen sie den Chef der Verleihfirma. Für 45,- Euro pro Tag hätte er einen Fiesta für sie. „Prima“, erwidern die Freunde, „nehmen wir.“ Der Verleiher runzelt darauf etwas die Stirn und fragt, wann sie das Auto denn zurückbringen würden. „Naja“, sagt mein Kollege, „entweder heute abend noch, oder morgen früh.“ Darauf schaut sie der Man...

Zwischenruf: "Mein bunter Bruder" - ein Geschenk

Ich möchte heute gerne eines der außergewöhnlichsten Weihnachtsgeschenke teilen, dass ich je bekommen hab. Einen Text, den mein Bruder für und über mich verfasst hat und den ich an dieser Stelle quasi als Gastbeitrag präsentieren darf. Mein bunter Bruder von Philipp H. Eigentlich habe ich keine Ahnung, warum ich allem eine bestimmte Farbe zuweisen muss. So können Taxistände in meinem Kopf schon einmal dunkles Tannengrün als „Aura“ haben, bestimmte Tage weiß, Ausritte mit meinem Pferd beides gleichzeitig und selbst, ja gerade, Menschen sind vor der von mir absolut willkürlich und ohne jedes Mitspracherecht aufoktruierten Farbgebung nicht sicher. So ist mein Bruder zum Beispiel für mich immer schon braun gewesen. Um Himmelswillen, nein, nicht politisch. Was die politische Gesinnung meines Bruders anbelangt, so ist zumindest dies vor meinen mentalen Farbkleckseleien gefeit. So sind wir Hantigks eben. Ausgerechnet da, wo alle Welt freiwillig in den Farbtopf taucht lassen wir es ...

Daniel & Brooklyn sagen Danke!

Ein kurzer Rückblick zusammengesetzt aus allen Handybildern, die ich in den vergangenen zwölf Monaten auf mein Facebookprofil geladen habe. Wenn die Schnappschüsse so vorüber ziehen, fällt mir dazu eigentlich nur eines ein: Danke! Clip für alle FreundInnen außerhalb Deutschlands. Und hier die Version für Deutschland.